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<title>Relativadverb</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Relativadverb</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Relativadverb</b> ist ein Untertyp der <a href="Wortart" title="Wortart">Wortart</a> <a href="Adverb" title="Adverb">Adverb</a>, der angesetzt wird, um Wörter zu bezeichnen, die einen <a href="Relativsatz" title="Relativsatz">Relativsatz</a> einleiten und dabei im Relativsatz die Funktion eines <a href="Adverbiale_Bestimmung" title="Adverbiale Bestimmung">Adverbials</a> haben. Beispiele sind die Wörter <i>wo</i> und <i>wie</i> in:<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<pre>„Das ist genau die Stelle, <i>wo</i> das Verbrechen geschah.“
„Er staunt über die Art, <i>wie</i> sie sich aus der Affäre zieht.“
</pre>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Abgrenzungen">Abgrenzungen</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Abgrenzung_zu_Relativpronomen">Abgrenzung zu Relativpronomen</h3></div>
<p>Die gesonderte Bezeichnung „Relativadverb“ wird nötig, wenn <a href="Pronomen" title="Pronomen">Pronomen</a> im strikten Sinn als Wörter verstanden werden, die mit der Wortart <a href="Substantiv" title="Substantiv">Nomen bzw. Substantiv</a> in Verbindung stehen und die für Substantive typischen Flexionsmerkmale wie Numerus, Genus und Kasus tragen. Dann werden als <a href="Relativpronomen" title="Relativpronomen">Relativpronomen</a> folglich nur solche Elemente bezeichnet wie <i>der, die, das / dessen / dem … / welcher / …</i> usw., die dieselben Merkmale aufweisen und die dementsprechend auch im Relativsatz nur als Subjekt oder Objekt fungieren. Relativsatzeinleitende Wörter des Typs <i>wie, wohin</i> usw. ergeben dann eine separate Klasse.
</p><p>Dessen ungeachtet hat das Relativadverb mit einem Pronomen die Funktion gemeinsam, ein vorhergehendes Substantiv wiederaufzunehmen; auch das Relativadverb gehört also zu einer allgemeineren Klasse von „Pro-Formen“<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> (siehe hierzu auch: <a href="Pronomen#Pro-Nomen_und_Pro-Adverb" title="Pronomen">Pronomen #Pro-Nomen und Pro-Adverb</a>).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Abgrenzung_zur_Relativsatz-Konjunktion_wo">Abgrenzung zur Relativsatz-Konjunktion <i>wo</i></h3></div>
<p>In deutschen Dialekten und der Umgangssprache erscheinen manchmal Relativsätze, die mit <i>wo</i> eingeleitet werden, aber wo dies kein Relativadverb ist. Beispiele:
</p>
<pre>Suche einen netten Vermieter, der wo nichts dagegen hat, dass ich noch in Ausbildung bin.
Dann findest du jemanden, wo immer zu dir steht.
</pre>
<p>Dieses <i>wo</i>, das auch mit einem Relativpronomen zusammen auftreten kann (wie oben im ersten Beispiel), hat nicht die Bedeutung des <a href="Lokaladverbial" title="Lokaladverbial">Ortsadverbs</a> <i>wo</i> und ist daher auch kein Relativadverb, sondern vielmehr eine Konjunktion. Auch wenn im zweiten Beispiel das begleitende Relativpronomen wegfällt, geht der Relativsatz-Anschluss vom Subjekt des Relativsatzes aus (was sich dann nur noch durch das Fehlen eines sichtbaren Ausdrucks für das Subjekt bemerkbar macht); der Anschluss geht nicht von einem Adverbial aus und somit kann kein Relativadverb vorliegen.
</p>
<div class="sieheauch" role="navigation" style="font-style:italic;"><span class="sieheauch-text">Siehe auch</span>: <a href="Relativpronomen#Abgrenzung_zwischen_Relativpronomen_und_Konjunktionen_im_Deutschen" title="Relativpronomen">Relativpronomen#Abgrenzung zwischen Relativpronomen und Konjunktionen im Deutschen</a> und <a href="Komplementierer" class="mw-redirect" title="Komplementierer">Komplementierer</a></div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Form_der_Relativadverbien">Form der Relativadverbien</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Formen_auf_„W-“"><span id="Formen_auf_.E2.80.9EW-.E2.80.9C"></span>Formen auf „W-“</h3></div>
<p>Relativadverbien sind im heutigen Deutsch meistens formgleich mit <a href="Frageadverb" class="mw-redirect" title="Frageadverb">Frageadverbien</a>. Dies bewirkt, dass manche Relativsätze äußerlich schwer von eingebetteten Fragesätzen zu unterscheiden sind, insbesondere <a href="Relativsatz#Bezug:_attributive_und_freie_Relativsätze" title="Relativsatz">freie Relativsätze</a>.
</p><p>Im Gegensatz zu Relativpronomen haben Relativadverbien dieselbe Form in attributiven und freien Relativsätzen:
</p>
<pre>Jemand, <b>der</b> so viel Geld verdient, kann auch etwas abgeben. (Relativpronomen, attributiv)
<b>Wer</b> so viel Geld verdient, kann auch etwas abgeben. (freier Relativsatz)
</pre>
<pre>die Stelle, <b>wo</b> ich bin (Relativadverb, attributiv)
Ich bleibe, <b>wo</b> ich bin. (freier Relativsatz)
</pre>
<p>Einer der wenigen Unterschiede ist, dass das Wort <i>wann</i> zwar als Frageadverb und zur Bildung von freien Relativsätzen dient, aber weniger zur Bildung von attributiven Relativsätzen. Dies wird von Grammatikern allerdings leicht unterschiedlich beurteilt:<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<pre>Ich arbeite, <b>wann</b> ich will. (freier Relativsatz)
? die Zeit, <b>wann</b> er ankommt. (attributiv?)
</pre>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Formen_auf_„D-“"><span id="Formen_auf_.E2.80.9ED-.E2.80.9C"></span>Formen auf „D-“</h3></div>
<p>Neben den gezeigten „W-Wörtern“ gibt es, vor allem in der älteren Schriftsprache, Relativsätze, die mit <a href="Demonstrativadverb" class="mw-redirect" title="Demonstrativadverb">Demonstrativadverbien</a> auf „d-“ eingeleitet werden, etwa:
</p>
<pre>in dem Moment, <b>da</b> er das erkannte … (= Moment, <i>in dem</i> / <i>wo</i> / <i>als</i> er das erkannte).
„Jakob aber richtete ein steinernes Mal auf an dem Ort, <b>da</b> er mit ihm geredet hatte.“<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> (= an dem Ort, <i>wo</i>…)
</pre>
<p>Besonders erweiterte Formen dieser Art sind im Gegenwartsdeutschen nicht mehr üblich (das folgende Beispiel ist ein Beleg aus dem 18. Jahrhundert<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>):
</p>
<pre>[Er bat ihn, dass] „nichts vorgehen sollte, <b>davon</b> er ihm nicht Nachricht geben würde.“
(= nichts, <i>wovon</i> er ihm nicht Nachricht geben würde)
</pre>
<p>Auch in neuerer Zeit findet sich dies jedoch gelegentlich in dichterischer Sprache:
</p>
<pre>„Mit wechselndem Schlüssel / schließt du das Haus auf, <b>darin</b> / der Schnee des Verschwiegenen treibt.“
(<a href="Paul_Celan" title="Paul Celan">Paul Celan</a>: „Mit wechselndem Schlüssel“, 1954)
</pre>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><i>DUDEN. Die Grammatik.</i> 8. Auflage. Dudenverlag, Mannheim 2009, ISBN 978-3-41104-048-3.</li>
<li>Pittner, Karin: <i>Adverbiale im Deutschen.</i> (= <i>Studien zur deutschen Grammatik,</i> 60). Stauffenburg Verlag, Tübingen 1999, ISBN 3-86057-450-7.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">aus der Dudengrammatik (2009), S. 578.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"> Dudengrammatik 2009, S. 578.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Laut Dudengrammatik (2009), S. 578 sei <i>wann</i> gar nicht als Relativadverb einsetzbar. Pittner (1999) verweist auf freie Relativsätze und sieht auch eine attributive Verbindung <i>… dann, wann …</i> als grammatisch möglich an (S. 226).</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">1.Mose 35,14; Lutherbibel 1912. <a rel="nofollow" class="external autonumber" href="https://www.bibel-online.net/buch/luther_1912/1_mose/35/#14">[1]</a></span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.google.de/books?id=02xgAAAAcAAJ&lpg=PA406&ots=Xh75tFPZ4b&dq=%22davon%20er%20ihm%22&hl=de&pg=PA406#v=onepage&q=%22davon%20er%20ihm%22&f=false">G. de la Vega: <i>Geschichte der Eroberung von Florida.</i> 1753. S. 406</a>.</span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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